Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

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Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Was ist PMS?
Das Wort "prämenstruell" kommt aus dem lateinischen und bedeutet, dass die Beschwerden regelhaft zu bestimmten Zeitpunkten des weiblichen Menstruationszyklus auftreten, nämlich an den Tagen vor (= prä) dem Einsetzen der Monatsblutung (= Menstruation). Die Beschwerden können schon ein bis zwei Wochen vor der Regelblutung beginnen und werden bis zum Einsetzen der Monatsblutung schlimmer.
Am ersten oder zweiten Tag der Menstruation klingen die Beschwerden dann wieder ab.
Die Beschwerden bei PMS sind individuell von Frau zu Frau unterschiedlich. Das betrifft nicht nur die Art der Symptome, sondern auch die Schwere. Trotzdem treten Gemeinsamkeiten in der Symptomatik des prämenstruellen Syndroms auf. Es kommt sowohl zu psychischen, als auch zu körperlichen Beschwerden.
Charakteristisch für PMS ist, dass die Symptome immer einen typischen Verlauf aufweisen. Sie sind regelhaft und abhängig vom Menstruationszyklus. Besonders belastend sind sie meistens nur vor der Monatsblutung. Mit Beginn der Menstruation klingen die Beschwerden wieder ab.

Zu den körperlichen Symptomen bei PMS gehören:
· Brustschwellung und Empfindlichkeit der Brust (Mastodynie)
· Kopf- und/oder Rückenschmerzen, erhöhte Schmerzempfindlichkeit
· Schlafstörungen
· Müdigkeit, allgemeine Erschöpfung, Lethargie
· Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Brechreiz
· Ödeme am Schienbein
· Gewichtszunahme (durch Wassereinlagerungen)
· Hitzewallungen
Als psychische Symptome können auftreten.
· Depressive Stimmung, Hoffnungslosigkeit, Verlust des Selbstwertgefühls
· Erhebliche Stimmungsschwankungen ( Tränenausbrüche, Weinerlichkeit)
· Angst- und Anspannungsgefühle, Nervosität
· Reizbarkeit, Aggressivität, Feindseligkeit
· Gefühl, überfordert zu sein und nichts mehr kontrollieren zu können
· Verlust von Interessen, Lustlosigkeit
· Erschöpfung
· Konzentrationsschwierigkeiten
· Veränderungen im Appetit- und Durstverhalten

Ein Menstruationskalender oder besser
PMS-Kalender ist eine hilfreiche Methode für die Frau und für den Arzt zur Untermauerung des Verdachts auf PMS.
In diesen Kalender sollten dann nicht nur die Tage der Menstruationsblutung markiert werden. Auch das körperliche und psychische Befinden sollte notiert werden. Besonderheiten, z. B. Stress im Beruf oder in der Partnerschaft, Ernährung, Belastungen, Schlaf, Aktivitäten sollten ebenso in einem PMS-Kalender Platz finden. Auf diese Weise können auslösende Faktoren für PMS entdeckt werden, die im alltäglichen Leben aufgrund der Gewohnheit nicht bewusst wahrgenommen worden wären.

Die eigentliche auslösende Ursache ist bisher nicht gefunden!!
Zur Zeit kann man noch nicht genau sagen, welche Faktoren oder Stoffwechselvorgänge dazu führen, dass manche Frauen an PMS erkranken und andere nicht. Wissenschaftlich gesichert ist momentan nur, dass PMS etwas mit dem Menstruationszyklus zu tun hat. Setzt man den Menstruationszyklus medikamentös oder chirurgisch außer Kraft, dann verschwinden auch die charakteristischen PMS-Beschwerden.

Die auslösenden Faktoren für PMS sind vielfältig
Zu den möglichen Faktoren, die PMS auslösen können, zählen:
· Hyperprolaktinämie. Ein erhöhter Prolaktinspiegel führt in vielen Fällen dazu, dass der Gelbkörper nicht funktionsfähig ist. Prolaktin ist ein Hormon aus dem Hypophysenvorderlappen. Es regt das Wachstum der Brustdrüsen an und fördert die Produktion der Milch in den Brustdrüsen.

· Störungen des Schilddrüsensystems
. Herabgesetzte Drüsenfunktion der Nebennieren
· Atypische Candida-albicans-Infektionen (Pilzinfektion)
· Ungleichgewicht von Botenstoffen, z. B. kann dieses Ungleichgewicht dazu führen, dass weniger Progesteron gebildet wird. Im weiblichen Zyklus ist aber das genaue Verhältnis und die zeitliche Abfolge der Produktion von Östrogen und Progesteron von entscheidender Bedeutung
· Gynäkologische Erkrankungen
· Umweltgifte
· Koffein
· Falsche Ernährung (hoher Zuckerkonsum, viel Fett)
· Unangemessene Vitamin- und Mineralstoffversorgung
· Schlafstörungen
· Nahrungsmittelallergien und -empfindlichkeiten
· Klinische Depression
· Geringe körperliche Fitness
· Stressbelastung
· Traumatische Ereignisse und Erlebnisse

Behandlung
Die Behandlung ist abhängig von der Art und der Intensität der Beschwerden.
Werden die Beschwerden als nicht belastend empfunden, braucht keine Therapie zu erfolgen.
Hat man den Verdacht, dass oben beschriebene auslösende Erkrankungen vorliegen, sollten diese zunächst behandelt werden.
Manchmal werden die Beschwerden als intensiv empfunden und die Lebensqualität wird in den 14 Tagen des Auftretens beeinträchtigt. Dann sollte eine Behandlung erfolgen.
Die Behandlung erfolgt in zunächst als Behandlung des im Vordergrund stehenden Symptoms.
Bei Brustspannen: Auftragen eines Gels auf die Brust, Behandlung mit sog. Prolaktinhemmer
Bei depressiven Verstimmungen: Keuschlammpräparate oder ein Antidepressivum
Bei Blähbauch: Therapieversuch mit Lefax
Sollten die symptomatische Therapie nicht erfolgreich sein, kann eine Therapie mit Gelbkörperhormon in der 2. Zyklushälfte die Beschwerden zum Verschwinden bringen
Sollte Empfängnisverhütung gewünscht sein, "überspielt" die Antibabypille meist die Beschwerden.

Interdisziplinäres Herangehen verspricht schnellere Besserung.
Das bedeutet aber auch, dass bei der Behandlung von PMS nicht immer der Gang zum Gynäkologen allein ausreichend ist. Oft empfiehlt es sich, besonders, wenn psychische Beschwerden im Vordergrund stehen, einen Fachmann aufzusuchen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit dieser Art wird in den USA schon länger erfolgreich angewandt, während sie in Deutschland noch vielfach unbekannt ist.

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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