Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

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Krebsfrüherkennungsabstrich

Methode
Mit einem Wattestäbchen (bzw. eine speziellen Abstrichbürste) werden von der Oberfläche des inneren Gebärmutterhalses und von der äußeren Oberfläche des Gebärmutterhalses Zellen gelöst, die dann auf einen Abstrichträger gestrichen und haltbar gemacht werden. Nach Färbung kann dann ein speziell ausgebildeter Arzt, sagen ob ein normaler oder kontrollbedürftiger Befund mit Vorläuferveränderungen, eine lediglich behandlungsbedürftige oder eine bösarteige Erkrankung vorliegt.
Durch diese Früherkennung können Zellveränderungen leicht erkannt und behandelt werden.

Das kann der Krebsfrüherkennungsabstrich
Der Bereich des Gebärmutterhalses ist eine Region im Körper, in denen das Körpergewebe in relativ schnellen Zeitabschnitten sich erneuert. Dies bedeutet, dass Zellen aus tieferen Gewebeschichten zur Oberfläche hin wachsen und schließlich absterben, um den "nachwachsenden" Zellen Platz zu machen.
Mit Hilfe des Krebsfrüherkennungsabstrichs des Gebärmutterhalses kann man bestimmte Aussagen bezüglich einer möglichen Krebserkrankung machen. Denn Gebärmutterhalskrebs entsteht nicht von heute auf morgen. Die Entstehung dieser Krebserkrankung ist ein Prozess, der sich meist über mehrere Jahre erstreckt. Während dieses Entstehungsprozesses verändern sich die Zellen zunächst nur wenig, dann intensiver bis schließlich Krebszellen entstehen.
Aufgrund des Krebsfrüherkennungsabstrichs kann man bestimmte Voraussagen machen. Bei normalem Abstrich (=PAP I, s.u.) weiß man, dass eine Frau innerhalb des nächsten Jahres mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an Gebärmutterhalskrebs erkranken wird.

Der PAP-Test (genannt nach dem griech. Arzt Papanicolau)
Die nach der Abstrichentnahme in einem zytologischen Labor untersuchten Muttermundszellen werden nach einer bestimmten Klassifizierung in Gruppen von I - V bewertet. Dabei bedeutet die Gruppe:

I Alles okay. Der Abstrich ist völlig unauffällig. Kein Krebs. Alle Zellen sind eindeutig gutartig. Eine erneute Abstrichuntersuchung ist erst im Rahmen der nächsten Vorsorge notwendig.
II Unverdächtige, leicht entzündliche Zellprobe bedingt durch eine Infektion mit Bakterien, Chlamydien oder anderen Keimen, oder durch Pessar, Spirale oder hormonelles Ungleichgewicht u.a. Kein Krebs. Abstrichuntersuchung nach einem Jahr, manchmal nach vorheriger Behandlung auch früher.
IIw Nur geringe, meist entzündliche Zellreaktionen der oberflächlichen Zellschichten, aus denen sich auch Krebsvorstufen entwickeln können oft bedingt durch Infektionen mit Bakterien, Pilzen usw. Es besteht ein sehr geringes Risiko echte Krebszellen zu entwickeln. Es gibt aber keinen Hinweis auf eine Krebserkrankung. Der Befund kann eine Zeit lang bestehen bleiben oder kann sich weiterentwickeln zu einer höheren Gruppe. Meist verschwindet er nach einer kurzen Behandlung. Abstrichwiederholung ggf. nach Behandlung (antibiotisch, hormonell usw.) nach 4 - 6 Monaten.
III Ein solcher Abstrich ist nicht eindeutig. In der Zeltprobe wurden zwar keine Krebszellen gefunden jedoch Zellveränderungen, die auffällig aber mikroskopisch nicht eindeutig zu bestimmen sind. Neben einem Kontrollabstrich wird oft eine antibiotische oder hormonelle Behandlung manchmal auch eine kleine Gewebeentnahme. Der Kontrollabstrich erfolgt je nach Situation nach 4 - 8 Wochen.
III D Dieser Abstrich-Befund ist gerade bei jungen Frauen sehr häufig und wird meist als leichtes oder mäßiges Fehlwachstum (Dysplasie) bezeichnet, d.h. es zeigen sich leichte Zellveränderungen der Krebsvorstufen, es besteht ein geringes Risiko, dass sich Krebszellen entwickeln, es liegt aber kein Krebs vor. Meist hängt diese Veränderung mit dem häufig verbreiteten HPV(Human Papilloma Virus) - Infekt zusammen.
Wegen seiner Rückbildungsfähigkeit wird der Abstrich Gruppe III D abwartend behandelt.
Eine Abstrichwiederholung sollte je nach Befund nach 3 - 6 Monaten ggf. nach Behandlung erfolgen.
IVa Dieser Befund kommt selten überraschend und wird als schwere Dysplasie oder auch als "in-situ-Vorstufe" bezeichnet, d.h. es liegen schwere Zellveränderungen der Krebsvorstufen vor. Es besteht aufgrund des mikroskopischen Bildes keine Krebserkrankung.
Meist wurde bei vorangegangenen Untersuchungen ein auffälliger Befund (Gruppe III D, III usw.) festgestellt oder die Voruntersuchung liegt bereits längere Zeit zurück.
Diese Zellveränderungen stellen Krebsvorstufen dar, die sich ohne Behandlung nicht zurückbilden, sodass ein overativer Eingrifft durch Kegelentnahme am Muttermund, sogenannte Konisation, zur Vermeidung einer Krebsentstehung notwendig ist. (Mit der Operation ist die Erkrankung geheilt)
IVb Bei Abstrichen der Gruppe IV b und V ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich ein Krebs entwickelt hat
V Hier besteht der Verdacht auf eine Krebserkrankung. Es muss jedoch immer durch eine zusätzliche Gewebeprobe der Verdacht abgeklärt werden.
Bei regelmäßiger Teilnahme an den Krebsvorsorgeuntersuchungen sind solche Erkrankungen zum Glück äußerst selten, denn Gebärmutterhalskrebs entsteht nicht schlagartig

Vorgehen
Sog. Vorläuferveränderungen (leichte bis mittelschwere Dysplasien) können sich ohne ärztliches Zutun allein durch Abwarten wieder normalisieren.
Man empfiehlt, dass alle 3-4 Monate ein Kontrollfrüherkennungsabstrich entnommen wird, bis zwei Mal hintereinander der Abstrich normal war. Erst dann sollte der normale Abstand der Abnahme des Früherkennungsabstrichs wieder gelten.
In Deutschland, einem Land mit sehr hohem medizinischen Standard, ist es nicht unüblich, jedes halbes Jahr einen Früherkennungsabstrich zu entnehmen.

Folgt man den Empfehlungen aufgrund des Früherkennungsabstrichs, kann eine Krebserkrankung mit fast 100% Sicherheit vermieden werden.

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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