Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

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Blasenentzündungen
Aus anatomischen und funktionellen Gründen sind Frauen besonders anfällig für Blasenprobleme. Die Harnblase sammelt den Urin und die darin gelösten "Giftstoffe", die die Nieren ständig aus dem Blut ausfiltern. Etwa 1,5 Liter Urin werden täglich produziert und ausgeschieden. Der Abfluss geschieht über die Harnröhre, die bei der Frau mit höchstens 4 cm ausgesprochen kurz ist und eng benachbart ist zur Vagina und zum Darmausgang.
Sowohl in der Scheide als auch im Darm finden sich zahlreiche Bakterien und potenzielle Krankheitserreger.
Daraus ergeben sich auch schon die häufigsten Gründe für Blasenprobleme bei der Frau: Die kurze Harnröhre und ihre Öffnung in der Nähe von Scheide und Darm begünstigen Harnwegsentzündungen. Schwangerschaften, Geburten und Östrogenmangel nach den Wechseljahren verändern die Anatomie des Beckenbodens und können zur Harninkontinenz (Blasenschwäche) führen.

Welche Beschwerden treten auf?
Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen, Ziehen in der Blase und das Gefühl, ständig zur Toilette laufen zu müssen, Unterbauchschmerzen sind typische Zeichen für das Bestehen einer Blasenentzündung (Urocystitis).

Wie kommt es zu einer Blasenentzündung?
Wegen der Nähe der Harnröhrenöffnung zu Scheide und Darm gelangen Bakterien aus Darm und Vagina leicht in die Harnblase. Oft besiedeln die Krankheitskeime nur die Schleimhaut. Mitunter dringen sie aber auch in die Blasenwand ein und können Blutungen verursachen. Wir sprechen dann von einer hämorrhagischen Cystitis.
Blasenentzündungen können auch durch Geschlechtsverkehr verursacht werden ("Flitterwochencystitis"). Da die Scheide normalerweise auch von anderen als den Milchsäurebakterien besiedelt ist, kommt es durch Geschlechtsverkehr geradezu zum Einmassieren der Keime in die Harnröhre.
Unterkühlung begünstigt Harnwegsinfektionen ebenfalls, da die Abwehrmechanismen geschwächt sind und die Schleimhaut weniger durchblutet wird.
Frauen in und nach den Wechseljahren haben ein besonderes Handicap. Bei ihnen mangelt es an Östrogenen, die die Schleimhäute der Blase und der Harnröhre schützen. Außerdem fehlt es ihnen deshalb auch an Milchsäurebakterien in der Scheide. Sie haben häufig eine bakterielle Fehlbesiedelung der Scheide. Pathogene (krankmachende) Keime können sich leichter ansiedeln und so in die Blase gelangen.
Schwere Blasenentzündungen bergen die Gefahr, dass die Keime über die Harnleiter in die Nieren aufsteigen und Nierenbeckenentzündungen verursachen.
Auch funktionelle oder psychovegetative Erkrankungen können Blasenprobleme verursachen, die der Blasentzündung ähnlich sind.

Behandlung und Vorbeugung
Der Verdacht auf eine Blaseninfektion sollte Sie zu einem Arztbesuch veranlassen. Die notwendigen Untersuchungen sind problemlos und nicht schmerzhaft.
Auf jeden Fall muss der Urin untersucht werden. Er muss natürlich möglichst sauber gewonnen werden um Verunreinigungen zu vermeiden.
Dies geschieht am besten durch sog. "Mittelstrahlurin": die erste Fraktion wird nicht aufgefangen. Erst wenn die Blase teilweise entleert wurde, wird der Becher in den Harnstrahl gehalten.
Bei hartnäckigen Beschwerden kann auch einmal erforderlich sein, den Urin per Katheter unmittelbar aus der Blase zu gewinnen. Der Urin wird mit Teststreifen und unter dem Mikroskop untersucht. In problematischen Fällen erfolgt auch die Keim- und Keimzahlbestimmung und die Austestung der Sensibilität auf geeignete Antibiotika.
Eine heftige Blasenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Oft reicht schon die Ein-Tages-Dosis eines einfachen Antibiotikums.
Hartnäckige Harnwegsinfekte, besonders wenn es bereits zur Nierenbeckenentzündung gekommen ist, erfordern eine gezielte und mehrtägige antibiotische Therapie.
"Einfache" entzündliche Reizungen der Harnblase müssen aber nicht immer mit der "chemischen Keule" angegangen werden. Vielmehr unterstützt reichliche Spülung der Nieren und der Harnblase mit Tees oder Fruchtsäften die Selbstheilung des Körpers.
Frauen, die zu häufig Blasenentzündungen bekommen, können auch vorbeugend etwas tun:

  • Intimhygiene (nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten abwischen)
  • Nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren
  • Unterkühlung vermeiden und für warme Füße sorgen
  • Eventuell Hormontherapie nach den Wechseljahren

Naturheilkundliche Mittel
Gerade die Naturheilkunde bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Abwehrkräfte des Körpers auf natürlichem Weg positiv zu beeinflussen.

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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