Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

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Basisinformationen bei bestehender Schwangerschaft
Schwangerschaft ist ein normaler zeitlich begrenzter Zustand von Frauen. Während dieses Zeitraums treten viele normale Veränderungen auf, allerdings auch andere körperliche Veränderungen, die der Mutter oder dem Ungeborenen Schaden können. Mit der Mutterschaftsvorsorge sollen die nicht gewollten körperlichen Veränderungen erfaßt werden.

Vorsorgeuntersuchungen:
bis zur ca. 28. Schwangerschaftswoche alle 4 Wochen, 28. - 37. Schwangerschaftswoche alle 2 Wochen, 37. - 40. Schwangerschaftswoche wöchentlich.

Schwangerschaftsdauer:
Rechnung der Frauenärzte: Frauenärzte rechnen vom 1. Tag der letzten Periode (als verläßlichstem Datum) an. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Schwangerschaftsdauer von 40 Schwangerschaftswochen ( = 280 Tage). Da die Befruchtung meistens 14 Tage nach dem 1. Tag der letzten Monatsblutung stattfindet, ergibt sich eine tatsächliche Schwangerschaftsdauer von 38 Schwangerschaftswochen ( = 266 Tage). Im folgenden wird immer nach Mutterpaß- (Frauenarzt-)Schwangerschaftswochen gerechnet.
Faustregel zur Berechnung des Geburtstermins: 1. Tag der Periode plus 9 Monate plus 7 Tage = vorraussichtlicher Geburtstermin.
Rechnung in Monaten:

Monat Woche Monat Woche
1 bis 6. 6 25 - 28
2 6 - 10/11 7 29 - 32
3 10/11 - 15 8 33 - 36
4 16 - 20 9 37 - 40
5 21 - 24

Ernährung:
Wenn Sie sich bisher gesund und ausgewogen ernährt haben, sollten sie dies auch weiterhin tun. Insgesamt sollten Sie etwas wählerischer sein, was sie essen. Die Ernährung in der Schwangerschaft sollte reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen sein, Kohlenhydrat wie sonst auch, der Fettanteil sollte vermindert sein. Ballaststoffreiche Ernährung (ersatzweise Milchzucker) wirkt der oft sehr lästigen Verstopfung in der Schwangerschaft entgegen. Fleisch sollte generell sicherheitshalber nur durchgebraten verzehrt werden. Zur Zeit empfiehlt man die generelle Vitaminunterstützung der Ernährung mittels speziell auf die Schwangerschaft abgestimmter Präparate. Auch die generelle Nahrungsergänzung durch Jod ist notwendig. Durch die Zuführung von Folsäure wird das Risiko, an sog. Neuralrohrdefekten ("offener Rücken") minimiert. Zumeist ist dies alles in speziell auf die Schwangerschaft abgestimmten Präparaten enthalten. (Sie sind leider nicht verordnungsfähig; Tageskosten: 0,05 €) Nahrungsergänzungsstoffe in der Schwangerschaft

Gewichtszunahme:
Bis zur 30. Schwangerschaftswoche beträgt die normale Gewichtszunahme 4-5 kg, erst danach erfolgt die weitere Gewichtszunahme von 5 - 8 kg. Normale Gesichtszunahme in der Schwangerschaft : 9 - 13 kg. Eine weitere Gewichtszunahme schlägt sich nach der Schwangerschaft als Fettpölsterchen nieder.

Medikamente:
Medikamente in der Schwangerschaft sollten Sie am besten nur nach frauenärztlicher Rücksprache bzw. Verordnung einnehmen. Für einige Erkrankungen gibt es Medikamente, die man ohne Bedenken anwenden kann. Unbedenklich sind u.a.: Paracetamol, sämtliche Nasentropfen, (Hals-)Lutschtabletten, pflanzliche Medikamente.

Genußmittel:
1. Rauchen: In der Schwangerschaft sollte nicht geraucht werden. Wenn man raucht und erfährt, daß eine Schwangerschaft besteht, sollte man mit dem Rauchen ganz aufhören. Schafft man dies nicht, sollte so wenig wie möglich geraucht werden. Mit dem Rauchen sinkt unter anderem der Sauerstoffgehalt des Blutes, dadurch kann sich neben der Schadstoffbelastung eine Minderversorgung des Kindes mit Sauerstoff ergeben.
2. Alkohol: Generell sollten während der Schwangerschaft keine alkoholischen Getränke getrunken werden. Einige Wissenschaftler halten Alkohol zu besonderen Gelegenheiten für bedenkenlos, einige halten schon den Alkohol in der Nahrung für gefährlich.

Berufliche Tätigkeit:
Die Schwangere muß dem Arbeitgeber über die bestehende Schwangerschaft bis zur 14. Schwangerschaftswoche informiert haben. Für sie gelten dann die Mutterschaftsschutzrichtlinien. Hierin werden ganz bestimmte Anforderungen an den Arbeitsplatz von Schwangeren gestellt, die der Arbeitgeber (nach Benachrichtigung) einhalten muß. Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft sollte dies so früh wie möglich erfolgen.

Urlaub, Reisen:
Die günstigste Zeit, in der Schwangerschaft Urlaub zu machen, ist von der 12. - ca. 24. Schwangerschaftswoche. Es passieren in dieser Zeit die wenigsten Regelwidrigkeiten, der Schwangerschaftsbauch ist noch nicht hinderlich und man hat normalerweise keine Beschwerden. Urlaubsgebiete mit erhöhter Ansteckungsgefahr für Infektionskrankheiten sollten gemieden werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche befördern einige Fluggesellschaften keine Schwangere mehr.

Sport:
In der Schwangerschaft nichts übertreiben. Die Ausübung von Sportarten, die mit Erschütterungen einher gehen, wird mit wachsendem Bauch unangenehm. Schwimmen, Wandern, Radfahren (Sturzgefahr minimieren) sind der Fitneß in der Schwangerschaft förderliche Sportarten. Sport in der Schwangerschaft

Risikoberatung:
Ein erhöhtes Risiko für eine kindliche Erkrankung kann bestehen, wenn in der Verwandtschaft der Schwangeren als auch in der Verwandtschaft des Partners Auffälligkeiten bestehen. Auffälligkeiten wären unter anderem: Geburt eines Kindes mit "Mongoloismus" (eigentlich M. Down) oder anderer noch seltenerer Schädigungen der Erbanlagen, vererbbare seltene Stoffwechselerkrankungen, Geburt eines Kindes mit erkennbarer Fehlbildung in der Verwandtschaft beider Partner, das möglicherweise bald nach der Geburt verstorben ist; Schwangere älter als 37 Jahre. - Falls Auffälligkeiten bestehen, sollte das Kind noch im Mutterleib besser untersucht werden. Hierzu wären die Fruchtwasseruntersuchung in der ca. 16. Schwangerschaftswoche und eine spezielle Ultraschalluntersuchung in der 20.- 22.Schwangerschaftswoche geeignet.

Schwangerschaftsgymnastik / geburtsvorbereitender Kurs:
Gerade wenn man das erste Kind erwartet, besteht viel Informationsbedarf über den Ablauf der Geburt, die Zeit danach und den Umgang mit dem Säugling, die im ärztlichen Gespräch meist zu kurz kommen. Für die Geburt selbst kann es von großem Wert sein, wenn man bestimmte Atemtechniken und Entspannungsübungen beherrscht als auch durch gymnastische Übungen die Muskulatur des Beckenboden trainiert. Ansprechpartner: das Krankenhaus, in dem die Entbindung geplant ist, Hebammen in Elsdorf

Krebsfrüherkennungsuntersuchung:
normalerweise wird bei Feststellung der Schwangerschaft ein Krebsfrüherkennungsabstrich des Gebärmutterhalses entnommen. Wenn Sie nicht angesprochen werden, war alles in Ordnung.

Ultraschalluntersuchungen:
Die Mutterschaftsrichtlinien sehen 3 Ultraschalluntersuchungen bei unkomplizierter Schwangerschaft vor: 9.-12. Schwangerschaftswoche, 18.-22.Schwangerschaftswoche, 29.-32. Schwangerschaftswoche.

Blutentnahmen:
Die Mutterschaftsrichtlinien sehen Blutentnahmen nach Feststellung der Schwangerschaft und während des Schwangerschaftsverlaufs zu bestimmten Zeitpunkten vor, auf die Sie immer wieder hingewiesen würden.

CTG (=Cardio-Tokographie= "Wehenschreiber"):
ab ca. der 28. Schwangerschaftswoche (in Ausnahmefällen auch vorher) ist es sinnvoll, diese Untersuchung durchzuführen. Sie dient dazu, möglicherweise auftretende Wehen frühestmöglich zu erkennen, und auf Grund des Frequenzmusters des kindlichen Herzschlags das Wohlbefinden des Kindes zu dokumentieren.

Geburtstermin:
zum errechneten Geburtstermin kommen die wenigsten Kinder zur Welt. Ohne das etwas krankhaft ist, kann der Geburtstermin um 14 Tage überschritten werden.

Normaler Gewichts- und Längenverlauf in der Schwangerschaft:

Woche Gewicht in Gramm Länge in cm Woche Gewicht in Gramm Länge in cm
12   9 27 750 32
13   10,5 28 900 33
14   12 29 1100 34
15   13 30 1350 36
16   14 31 1550 38,5
17   15 32 1750 40
18   16,5 33 2000 41
19   18 34 2250 42,5
20   19,5 35 2500 47
21   21 36 2650 48
22   23 37 2800 49
23 400 25 38 3050 50
24 500 27 39 3250 50,5
25 550 29 40 3400 51
26 600 30,5      

Alle Maße sind circa - Maße

Übriges

Leibschmerzen:
Leibschmerzen können in der Schwangerschaft aus vielen Gründen auftreten. Gebärmutterwachstum: durch die Vergrößerung der Gebärmutter können die Mutterbänder angespannt werden, ziehende Schmerzen in der Leiste sind die Folge. Verdauungstrakt: bedingt durch die Hormonveränderung in der Schwangerschaft arbeitet der Darm anders; gegen Ende der Schwangerschaft werden die Verdauungsorgane eingeengt; auch eine Magen-Darm Infektion ist in der Schwangerschaft möglich. Wehenbereitschaft: ab ca. der 24. Schwangerschaftswoche treten normale nicht schmerzhafte Verhärtungen der Gebärmutter bis zu ca. 12 Mal pro Tag (oft abends) auf.
Nicht normal sind schmerzhaft empfundene Zusammenziehungen der Gebärmutter.

Skelettsystem:
bedingt durch die Größenzunahme der Gebärmutter tritt eine unwillkürliche Änderung der Körperhaltung ein. Hierdurch können Rückenschmerzen entstehen. Im weiblichen Becken sind mehrere Knochen fest durch Knorpel miteinander verbunden. Durch die Schwangerschaftshormone werden die knorpeligen Verbindungen etwas lockerer; dies führt manchmal (gerade am Schwangerschaftsende) zu Schmerzen beim Gehen oder Aufstehen.

Geschlechtsverkehr:
Rein organisch gesehen ist Geschlechtsverkehr in der Schwangerschaft jederzeit möglich und erlaubt. Hormonell bedingt jedoch ändert sich in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft das sexuelle Empfinden. Gegen Ende der Schwangerschaft ist das sexuelle Verlangen meist wenig ausgeprägt. - Kein Geschlechtsverkehr: bei Blutungen, bei vorzeitigen Wehen.

Sinnvolle Untersuchungen über die gesetzliche Mutterschaftsvorsorge hinaus

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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