Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

Empfängnis-verhütung
Schwangerschaft
Kinderwunsch
gynäkologische Infektionen
diverse Themen
 
 

 

Basisdiagnostik bei Kinderwunsch
Bei den ersten Untersuchungen wird nicht schon im Detail die Ursache der Kinderlosigkeit geklärt werden können. Die Basisdiagnostik dient zunächst einmal zum Ausschluß einfach festzustellender Erkrankungen und basiert auf einfachen Untersuchungen.
· Gespräch
· gynäkologische Untersuchung
· Nachweis des Eisprungs
· Hormonbestimmungen
· Spermiogramm
· Zervixfaktor
· Postkoitaltest

Gespräch
Der erste Schritt ist in jedem Fall zunächst ein Gespräch, möglichst mit beiden Partnern, da eine Therapie, welcher Art auch immer, beide Partner betrifft. Dabei wird auch immer die Vorgeschichte, bzw. Krankheitsgeschichte des Paares erfaßt. Dazu gehören Innere Erkrankungen, Voroperationen, Infekte, Kinderkrankheiten. Bei der Frau ist ganz wesentlich die Auskunft über den Rhythmus ihres Zyklus. Dabei sind nicht nur die Abstände Blutungen von Bedeutung, sondern auch die Stärke, die evtl. bestehenden Schmerzen und ob Zwischenblutungen bestehen. Es wird erfragt werden, ob schon Schwangerschaften (auch unausgetragenen, d. h. Aborte, Eileiterschwangerschaften und Schwangerschaftsunterbrechungen) bestanden haben. Wichtig ist dabei auch zu erfragen, ob diese Schwangerschaften vom gleichen Partner sind, da es ja ein Nachweis der Zeugungsfähigkeit des Paares ist. Diese Frage ist sicher sehr intim, die Information ist jedoch wichtig. Das gleiche gilt für die Frage nach der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. Gelegentlich ergibt sich aus dieser Frage schon ein Behandlungsansatz, wenn Unklarheiten über den günstigsten Zeitpunkt für den Verkehr bestehen.

gynäkologische Untersuchung
Zur Basisdiagnostik gehört auch eine gynäkologische Untersuchung. Bei dieser Untersuchung lassen sich gravierende organische Fehlbildungen des Genitals feststellen, die die Chance auf eine Schwangerschaft mindern könnten. Insbesondere sind dabei Hinweise auf Myome , Endometriose und Fehlbildungen der Gebärmutter zu beachten. Wenn kein aktueller Krebsvorsorsorge-Abstrich vorliegt, dann wird dieser bei dieser Erstuntersuchung bestimmt. In der Mitte des Zyklus kann auch das Zervixsekret beurteilt werden.
Ergänzt wird diese Untersuchung heutzutage fast immer durch einen Ultraschall. Die Hinweise auf Myome, Fehlbildungen oder Endometriose, die beim Tastbefund erhoben wurden, können mit diesem bildgebenden Verfahren bestätigt werden. Außerdem ist mit dieser Methode eine Aussage über die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut möglich. Wenn der Ultraschall zur Zyklusmitte durchgeführt wird, dann kann man auch Eibläschen am Eierstock erkennen oder ein polyzystisches Ovar anhand seiner Beschaffenheit im Ultraschall feststellen und dadurch auch mögliche Rückschlüsse auf die hormonelle Situation der Patientin ziehen.

Nachweis des Eisprungs
Der nächste Schritt, der noch zur Basisdiagnostik zählt, manchmal aber auch schon mit einem erhöhten Aufwand betrieben wird, ist der Nachweis eines Eisprungs. Die einfachste Untersuchung für einen Ovulationsnachweis ist das Messen der Aufwachtemperaturkurve (Basaltemperaturkurve). Dabei wird die Körpertemperatur morgens vor dem Aufstehen gemessen. Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung steigt die durchschnittliche Temperatur um ca. 0,5 °C an. Diese Untersuchung ist lediglich orientierend, hat aber den großen Vorteil, daß sie schon vor der eigentlichen Therapie mit geringem Aufwand durchgeführt werden kann. Es muß aber unbedingt darauf hingewiesen werden, daß auch Frauen auch einen regelmäßigen Eisprung haben können, ohne daß die Temperatur nach der Ovulation ansteigt.

Hormonbestimmungen
Die letzte Untersuchung, die das Bild in den Erstuntersuchungen abrundet, ist die Bestimmung der wichtigsten Hormone. Am wichtigsten sind dabei die Bestimmung von: LH, FSH, Östrogene, Gelbkörperhormon, männliche Hormone, Prolaktins. Die Bestimmung der Schilddrüsenwerte kann auch der Hausarzt durchführen.

Spermiogramm
Es sollte sichergestellt sein, daß beim Mann alles normal ist. In 40% der Fälle liegt die Ursache der Unfrauchtbarkeit beim Mann. (unerfüllter Kinderwunsch)

Zervixfaktor
Das Sekret des Gebärmutterhalses (Zervixsekret) ist stark hormonabhängig. Unter dem Einfluß des Östrogens, welches vom Follikel gebildet wird, ist es zur Zyklusmitte (kurz vor dem Eisprung) besonders dünnflüssig. Mit der gleichzeitigen Eröffnung des Muttermundes werden damit zum Zeitpunkt des Eisprungs für die Spermien optimale Verhältnisse geschaffen. Aufgrund der Beschaffenheit des Sekretes des Gebärmutterhalses können sie dieses leichter durchdringen und in die Gebärmutterhöhle gelangen. Diese erste "Hürde" ist für die Spermien oftmals von entscheidender Bedeutung. Denn selbst bei großer Zahl und guter Beweglichkeit sind die Spermien nicht in der Lage, durch den Gebärmutterhals zu dringen, wenn das Sekret zäh ist.

Postkoitaltest
Am ca. 13. Zyklustag 8-10 Stunden nach Geschlechtsverkehr wird das Muttermundsekret unter dem Mikroskop auf das Vorhandensein beweglicher Spermien untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung läßt eine Aussage darüber zu, wie gut die Spermien die erste "Hürde" auf dem Weg in die Eileiter zu überwinden in der Lage sind.
Bei Nachweis beweglicher Spermien im Sekret weiß man, daß alles in Ordnung ist. Findet man keine Spermien, bedeutet dies nicht unbedingt, daß eine Störung vorliegt.
Zur Therapie bei einer gestörten Interaktion zwischen Gebärmutterhalssekret und Spermien wird meist eine Insemination durchgeführt

erweiterte Diagnostik zur Eisprungbestimmung
LH-Test
Es gibt einen Urin(Selbst-)tests, den man in der Apotheke oder in Drogeriemärkten kaufen kann, der das Hormon LH im Urin bestimmt. Bei Nachweis von LH muß der Eisprung kurz bevor stehen. Kosten: ca. 17 € für 2 Tests. Falls der Test durchgeführt wird, sollte das Ergebnis in die Aufwachtemperaturkurve eingetragen werden.

Zyklusmonitoring
Wesentlich genauer läßt sich der Vorgang des Eisprungs mit einem sogenannten Zyklusmonitoring überprüfen. Dabei ergänzen sich im wesentlichen zwei Untersuchungen: der Ultraschall und die Bestimmung des Östradiols, also des Hormons, welches ausschließlich vom wachsenden Follikel gebildet wird und daher eine sehr präzise Aussage über seine Reife zuläßt. Meist beginnt das Zyklusmonitoring am 7.-10. Tag nach der Regelblutung. Es werden 2-3 Ultraschalle in einem Abstand von ca. 2 Tagen durchgeführt. An diesen Tagen wird dann auch jeweils Blut abgenommen und das Östradiol und evtl. auch das eisprungauslösende Hormon (LH) bestimmt. Dadurch bekommt man einen sehr guten Überblick über die Dynamik der Follikelentwicklung und die Reife der Eibläschen. Wenn man dann auch noch das Gelbkörperhormon ca. 1 Woche nach erfolgtem Eisprung kontrolliert, dann kann man die Entwicklung der Eibläschen und des Gelbkörpers gut beurteilen und Störungen derselben gut erkennen.

Zyklusmonitoring gehört nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung.

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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