Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

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Normaler Ausfluß
Normaler Ausfluß ist klar bis weißlich, kann flüssig fast wie Wasser oder cremig wie Joghurt sein, ist geruchsneutral, verursacht keine Beschwerden. Die Menge kann sehr schwanken, und kann abhängig sein vom Zustand des autonomen Nervensystems.
Mit Einsetzen der Pubertät (und damit der Produktion von Hormonen) entsteht in der Scheide und Gebärmutter junger Mädchen eine Flüssigkeit, die unter anderem auch eine Schutzfunktion für die Gebärmutter erfüllt. Die meiste Flüssigkeit wird in der Scheide selbst produziert und kann in der Menge und Konsistenz schwanken. Ein kleinerer Anteil wird von speziellen Drüsen des Gebärmutterhalses produziert. Damit die Schutzfunktion erfüllt werden kann, sind in der Scheide "gute" Bakterien angesiedelt, sogenannte Milchsäurebakterien (oder auch Doederlein-Bakterien). Sie produzieren einen Schutzstoff, Milchsäure, durch den die Scheidenflüssigkeit (ähnlich wie saure Milch) sauer wird. Sehr viele Krankheitserreger können in diesem ungewöhnlichen Milieu nicht leben, und können so sich nicht in der Scheide vermehren, somit auch nicht bis in die Gebärmutter gelangen. Damit die Milchsäurebakterien in der Scheide gut wachsen, müssen neben Nährstoffen (Zucker) in der Flüssigkeit ein von den Eierstöcken produziertes Hormon vorhanden sein: Östrogen.
In der Scheide sind aber nicht nur die Milchsäurebakterien vorhanden, auch viele oft als Krankheitserreger eingestufte Bakterien kommen in geringer Menge vor. Es kommt hier auf die Zusammensetzung der Bakterien in der Scheide an.

Möglichkeiten der Entstehung von Infektionen im Intimbereich: Die Milchsäurebakterien sterben ab (durch Antibiotikaeinnahme, Scheidenspülungen, mechanische Reizungen), die anderen Keime können sich besser vermehren; es werden (größere Mengen) krankhafte(r) Keime von außen in die Scheide verschleppt, das Immunsystem beschäftigt sich mit anderen Infektionen (z.B Grippe) u.a.

Möglichkeiten der Behandlung von Infektionen im Intimbereich: Vermehrung der Menge an Milchsäurebakterien, Änderung des Milieus (ph) der Scheide Einbringen von Stoffen, die auf bestimmte Bakterien abtötende Wirkung haben, in die Scheide Einnahme von Antibiotika, die über die Blutbahn in der Scheide wirken.

Wünschenswerte Hygiene im Intimbereich: Tägliches einmaliges Waschen im Intimbereich mit Seife oder Intimwaschlotion am besten während des Duschens. Häufigeres Waschen führt eher zu äußeren Reizung und zerstört eher die normale Scheidenflora - Die Verwendung von Waschlappen birgt die Gefahr der Keimverschleppung (vom After), zumal sich Keime im Waschlappen bei Mehrmalsgebrauch vermehren können. - Scheidenspülungen zerstören das normale Milieu der Scheide - Intimsprays reizen die äußere Haut eher und sollen Geruch (wegen Ausfluß?) überdecken. Täglich frische Unterwäsche. Nach dem Stuhlgang sollte der Po von vorne nach hinten abwischt werden, um eine Keimeinschleppung in die Scheide zu vermeiden.
Intimhygiene

Wer weiß, wo und wie man sich ansteckt, weiß, wie man sich schützt.

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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