Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

Empfängnis-verhütung
Schwangerschaft
Kinderwunsch
gynäkologische Infektionen
diverse Themen
 
 

 

natürliche Behandlung von Scheideninfektionen

Die natürliche Behandlung von Scheideninfektionen begründet sich durch Überlieferungen von Generation zu Generation. Die Ursprünge sind oft nicht zurück zu verfolgen. Man muss allerdings davon ausgehen, dass das Wissen, das heute vorhanden ist, damals (vielleicht vor 150 Jahren) noch nicht bekannt war. Nach heutigem Kenntnisstand haben viele Therapien Nebenwirkungen oder Risiken, die mit schulmedizinischer Behandlung nicht auftreten. - In früheren Zeiten gab es jedoch keine Alternative.
Aber: wenn kein schulmedizinisches Medikament verfügbar ist, ist die natürliche Behandlung die einzige Möglichkeit, um die Beschwerden los zu werden.
Damit man die Wirkweise der natürlichen Medikamente beurteilen kann, muss man Kenntnis haben von den normalen Zuständen in der Scheide, muss man wissen, warum normalerweise nur selten eine Scheideninfektion auftritt.
Damit in der Scheide normale Verhältnisse herrschen, müssen eine bestimmte Art von Bakterien in ausreichender Menge vorhanden sein. Sie produzieren ein spezielles Produkt, Milchsäure, durch das in der Scheide ein einzigartiges (saures) Milieu herrscht, in dem viele krankhafte Keime nicht oder nur schlecht wachsen können.
Werden Keime, die normalerweise nicht in der Scheide vorkommen, in dieses Milieu eingebracht, finden sie schlechte Lebensbedingungen und sterben ab.
Sind diese Milchsäurebakterien nicht oder nicht in ausreichender Menge vorhanden, so haben es Keime, die normalerweise nicht in der Scheide vorkommen, aber sich dort auch wohl fühlen leichtes Spiel.

Milchsäurebakterien, Joghurt, Joghurttampons
Die im Naturjoghurt vorkommenden Milchsäurebakterien sind identisch mit der in der Scheide vorkommenden Milchsäurebakterien. Was liegt näher, sie auch in der Scheide anzuwenden?
Eigentlich von der Überlegung her nichts.
Es stellt sich nur das Problem der Handhabung:
1. Möglichkeit: getrocknete (bzw. haltbar gemachte) Milchsäurebakterien in Kapselform in die Scheide einführen, Handelsname "Doederlein med". Kosten: ca. 14 € für 10 Kapseln; dies ist die bequemste Möglichkeit
2. Möglichkeit: Joghurt in Spritze aufziehen, reichlich in die Scheide eingeben. Viel des Joghurts wird der Schwerkraft folgend aus der Scheide laufen, einiger Joghurt wird aber an den Scheidenwänden haften bleiben und dort wirken. Diese Methode ist nicht sonderlich handhabungsfreundlich, aber preiswert.
3. Möglichkeit: normalen Tampon in Joghurt tauchen, Tampon voll saugen lassen. Ist er zu trocken, nimmt er zusätzlich noch Scheidenflüssigkeit auf, was ebenfalls die Flora beeinträchtigen kann. Vor dem Einführen des Tampons sollte Händewaschen selbstverständlich sein. Vor Einführen des Tampons ist es ratsam, den Genitalbereich abzuduschen - besonders, wenn man zuvor Stuhlgang hatte.
Bedacht werden sollte bei Anwendung von Joghurt jedoch, dass handelsüblicher Naturjoghurt mit (für den Verdauungstrakt harmlosen) Bakterien oder Pilzerregern verunreinigt sein kann (nicht muss). Weiterhin können (müssen nicht) Zusatz- oder Konservierungsstoffe enthalten sein, die nicht für die Scheide gedacht sind. Möglicherweise führt dies zu Reizungen im Intimbereich.

Knoblauch, Teebaumöl, Essigspülungen, Scheidenspülungen
Wenn man weiß, wie die normale Scheidenflora beschaffen sein muss, sollte an die natürliche Behandlung von Scheideninfektionen der Anspruch erhoben werden, diese Scheidenflora nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.
Diesem Anspruch werden die oben angegebenen Methoden eigentlich nicht gerecht.
Knoblauch ist in der Tat keimtötend, macht aber keinen Unterschied zwischen Milchsäurebakterien und krank machenden Bakterien.
Teebaumöl wirkt ebenfalls keimtötend, reizt aber die Schleimhäute und führt zum Brennen im Intimbereich
Spülungen befördern zwar die krankmachenden Bakterien nach draußen, allerdings werden auch die Milchsäurebakterien ausgeschwemmt.
Diese Art der Behandlung hilft meist nur kurzfristig. Wegen dann fehlender oder in Mitleidenschaft gezogenen Schutzfunktion in der Scheide durch die Milchsäurebakterien kann aber die gleiche (oder eine andere Infektion), möglicherweise intensiver, erneut auftreten.

Michsäure, Ascorbinsäure (Vitamin C)
Ein natürlicher Therapieansatz besteht darin, das Scheidenmilieu so zu beeinflussen, dass die krank machenden Bakterien nicht oder nur schlecht überleben können.
Durch Änderung des sog. ph-Wertes in der in den "sauren" Bereich werden die Überlebensbedingungen der krankhaften Bakterien so verändert, dass letztendlich absterben.
Die Milchsäurebakterien (welche die Milchsäure produzieren sollten), die nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sind, lieben dieses Milieu und werden in ihrem Wachstum gefördert.
Milchsäure in Aufbereitung für die Scheide ist als "Eubiolac" erhältlich. Kosten: 10 Vaginaltabletten ca. 8,50 €.
Ascorbinsäure (Vitamin C) gibt es aufbereitet für die Scheide als "Vagi-C": Kosten: 6 bzw. 12 Vaginaltabletten ca. 8 € bzw. 13 €.

"Mundspüllösung" im Intimbereich
Im zahnärztlichen Bereich gibt es schon seit längerem einen Wirkstoff (Hexetidin), der zum Gurgeln angewendet, die Anzahl der Mund- und Rachenbakterien vermindert. Er ist z.B. als "Chlorhexamed" oder "Hexoral" frei verkäuflich.
Auch in der Scheide ist dieser Stoff wirksam. Er wirkt gegen viele krankhafte Bakterien. Bei Pilzinfektion ist er leider nicht wirksam.
Durch einen pharmazeutischen "Kniff" hat man erreicht, dass der Wirkstoff die Milchsäurebakterien nicht schädigt und in Scheidenzäpfchenform nicht sofort dem Gesetz der Schwerkraft folgt.
Als "Vagi-Hex" ist der Wirkstoff in der Apotheke frei verkäuflich. Kosten: 12 Vaginaltabletten ca. 15 € .

Wund- und Heilsalbe
Bei (inneren) Scheideninfektionen ist Wund- und Heilsalbe nicht wirksam. Manchmal entstehen im Rahmen von Scheideninfektionen auch Beschwerden an den Schamlippen. Ist hierbei auch die Schleimhaut verletzt, kann Wund- und Heilsalbe helfen. Besser hilft eine spezielle "Wund- und Heilsalbe für den Intimbereich", der Hormone (Östrogene) zugesetzt sind.

Sitzbäder
Sitzbäder mit Zusatz von Gerbstoffen oder Kamille helfen gut bei quälendem Juckreiz im äußeren Intimbereich. In der Scheide sind sie nicht wirksam. Sie wirken juckreizlindernd, wirken aber nicht gegen die eigentliche Ursache.
Ein Zusatzeffekt ist die effektive Reinigung im äußeren Intimbereich.
Sitzbäder sollte man nicht häufiger als 3 mal pro Tag machen, nicht länger als 2 Minuten, am besten in der Duschtasse.

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Eisenbahnstr. 52., 50189 Elsdorf, Tel.: 02274 7927, Fax: 02274 4534
http://www.HerbertWagner.de                         E-mail: Herb.Wagner@t-online.de